Leg dich nicht mit Bruno an..!

Als wir Bruno darum gebeten haben Testimonial für uns zu werden und einen kleinen Text über sich, uns und seine Erfahrung mit CrossFit® bei CrossFit Schmelztiegel zu schreiben, war uns nicht klar was wir damit angerichtet haben. Herausgekommen ist ein zutiefst ehrlicher, wunderschöner und beeindruckender Text. Solltest du jemals Memoiren schreiben wollen, hier ist dein erstes Kapitel, lieber Bruno!

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Ich bin Bruno Benz, Jahrgang 1970. Ich bin Familienvater, Ehemann, Unternehmer und leidenschaftlicher Extrem-Hobby-Sportler (teilweise zum Leidwesen meiner Familie, die es aber mit Humor nimmt und mich in allen Belangen unterstützt).

Schon in meiner Kindheit zeichnete sich die Liebe zur Bewegung ab. Diese Liebe zog sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Auch heute noch fühlt sich mein Körper nutzlos an, wenn er nicht in Bewegung ist. So schien es wohl auch, in meiner Kindheit schon gewesen zu sein. Ich war stets in Bewegung: auf dem Land, im Wasser und in Bäumen. Meine Eltern unterstützten diesen Drang. So ging es z.B. jeden Sonntag ins Hallenbad – zum Bahnenschwimmen – nicht zum Plantschen!

Im Grundschulalter bedrängte mich eines Tages eine Gruppe von älteren Kindern auf meinem täglichen Weg nach Hause. So ein Verhalten kannte ich bis dahin noch nicht und war daher sehr eingeschüchtert. Zuhause angekommen – mit einem Gefühl von Ohnmacht im Wechsel mit Wut resultierend aus verletztem Stolz – forderte ich meine Eltern auf, mir die Möglichkeit zu geben, einen Kampfsport zu erlernen.

Mangels besseren Wissens meiner Eltern und angebotener Alternativen landete ich im Judo-Verein unserer Kleinstadt. Obwohl Judo nur bedingt zur Selbstverteidigung dienen konnte, begeisterte mich die Tradition, die Disziplin, der Respekt vor der Trainingsstätte und vor allem: das Training für Geist und Körper. Ich lernte zu fallen, zu werfen, meine Gegner zu würgen und zu hebeln. Ich lernte meinen gesamten Körper besser kennen, um ihn im Stand oder auf dem Boden, in der Rückenlage oder auf dem Bauch zielgerichtet einsetzen zu können.

Fallen mir heute zufällig bei der Durchsicht von alten Aktenordnern die alten Kampfpässe aus dieser Zeit in die Hände, muss ich immer noch schmunzeln, wenn ich dort meine eingetragenen Kampfergebnisse in einer Gewichtsklasse von -34 kg lese. Diesem Sport bin ich viele Jahre treu geblieben. Ich habe auf Grund meines Wachstums viele Gewichtsklassen in vielen Turnieren und Meisterschaften durchlaufen. Im Alter von 14 Jahren stagnierten die Erfolge. Die Gründe sah ich in meinem schlanken Körperaufbau. Also wollte ich an Muskelmasse hinzu gewinnen. Ich musste lange bei meinen Eltern betteln, bis sie mir die Möglichkeit gaben, mich in der ortsansässigen Fitnessbude – trotz meines jungen Alters – anzumelden. Oft kam ich mir in dieser Bodybuilder-Szene völlig verloren vor. Dennoch hatte ich ein Ziel und klare Vorstellungen und quälte mich durch meinen Trainingsplan, ohne in der Gemeinschaft dort wirklich angekommen zu sein. Mein Kampfgewicht nahm in den folgenden 2 Jahren zu. Jedoch durchlebte meine sportliche Wettkampf-Bilanz in der Folge Höhen und Tiefen. Der Zauber ging langsam verloren und Entschuldigungen wurden gesucht.

Ich gab dem Sport die Schuld und empfand ihn plötzlich als „Kinderturnen“. Es musste etwas „Härteres“ her und so wurden weitere Kampfsportarten ausprobiert von Ju-Jutsu über Boxen gelangte ich Jahre später dann zum thailändischen Muay-Thai, das ich bis zum heutigen Tag betreibe. Auf Grund von Familie und beruflicher Karriere war es nicht immer leicht, auch diesem Sport über Jahrzehnte die Treue zu halten. Durch häufige Ortswechsel hatte ich jedoch die Möglichkeit von vielen guten Trainern im In- und Ausland betreut zu werden. Trainingsfehlzeiten habe ich durch Kraft- und Cardio-Training im Eigenheim kompensiert. Ein täglicher 7-10 km-Lauf bei Sonnenaufgang ist normales Verhalten in meinem Leben geworden. Trotz aller Anstrengungen im Training ist die aktive Wettkampfzeit endlich in diesem Sport. Um so mehr liebe ich es, junge Kämpfer im Training, im Sparring und in der Wettkampfvorbereitung zu unterstützen. Der familiäre Zusammenhalt in einem Box-Gym ist unbeschreiblich schön und selten. Ich konnte mir bislang nicht vorstellen, dass es noch etwas Anderes geben soll, dass dies ersetzen könnte.

Vor vier Monaten wurde ich jedoch eines Besseren belehrt. Auf der Suche nach Neukunden stellten mir meine Mitarbeiter in einem Vertriebsmeeting eine neue Branche als möglichen Zielmarkt vor. Es handelte sich um CrossFit®-Boxen, die weltweit ein erstaunliches Wachstum in den letzten Jahren zeigten. Bis dahin war mir diese Sportart im Detail nicht bekannt. Meine Neugierde war jedoch geweckt. Was bewegt soviele Menschen in solch kurzer Zeit weltweit diesen Sport zu betreiben? Ist es nur ein Trend oder gibt es tatsächlich überzeugende Inhalte?

Bei der Durchsicht der frisch recherchierten Kunden-Target-Liste entdeckte ich eine Adresse einer Box, die nur eine Steinwurf-Weite von meinem Büro entfernt ist. Schnell war der Entschluss gefasst dort vorbei zu schauen. Vielleicht könnte CrossFit® ja eine gute Alternative für das morgendliche Lauftraining im Winter sein? Mit gemischten Gefühlen machte ich mich auf den Weg dorthin. Auf dem Parkplatz angekommen, dachte ich plötzlich an meine Jugenderfahrung zurück, die ich mit den Menschen in der „Muskel-Bude“ machte als ich schon einmal glaubte, meinen Kampfsport mit Langhantel-Training ergänzen zu müssen. Es schauderte mich kurz und dennoch habe ich die heiligen Hallen des Schmelztiegels betreten. Der erste Eindruck war bereits ein guter: im Empfangs- bzw. besser Launch-Bereich traf ich auf chillige Menschen, die mich sehr freundlich und offen begrüßten. In der Box wurde gerade trainiert und ich war erneut überrascht: hier wird wirklich gearbeitet und zwar hart! Zugleich ist mir die Bandbreite im Alter der Sportler aufgefallen. Von jung bis alt war alles vertreten und jeder hat sein Bestes gegeben. Adrenalin war zu riechen. Ich dachte zuerst, dass ich in meinem Box-Gym wäre. Ich war erneut beeindruckt und fühlte mich gleich Zuhause.

Wenige Momente später sprachen mich Aleks und Chris, die Owner und Head-Coaches der Box, an. Nach einer kurzen Vorstellung erzählte ich von meinen Absichten. Mir war und ist es sehr wichtig, dass ich eine professionelle und fürsorgliche Betreuung erhalte. Ich hatte keine Lust mir nach vielen, zum Teil intensiven aber größten Teil verletzungsfreien Jahren im Kampfsport, nun durch ein Experiment gesundheitliche Schäden zu zuziehen, die eine Ende meines sportlichen Lebens riskieren könnten. Chris konnte mir diese Bedenken sofort nehmen und erläuterte mir sein Trainings- und Betreuungskonzept, dem ich bis heute vollstes Vertrauen schenke.

Ich startete nach einem One-on-One-Beginner-Kurs zur Einweisung in die Basics in die Fundamental-Gruppe mit 3 einstündigen Einheiten in der Woche. Anfangs dachte ich, dass ich alle Anforderungen von Beginn an bereits erfüllen würde. Jedoch wurden mir schnell vorhandene Einschränkungen in der Mobilität und in der Kraft bestimmter bislang wenig in Anspruch genommener Körper- und Muskelpartien bewusst, an denen sodann unter strenger Anleitung der Coaches mit gezielten Übungen gearbeitet wurde. In kurzer Zeit konnte ich bereits Verbesserungen feststellen und somit behaupten, dass ich meine Fitness steigern konnte. Mein sportlicher Ehrgeiz war geweckt! Kurz drauf habe ich auf den RX-Tarif gewechselt und das wöchentliche Trainingspensum erhöht.

Da 6mal die Woche fast rund um die Uhr eine Einheit stattfindet und diese in einer Stunde („Gott sei dank“) schon beendet ist, konnte ich bislang ein regelmäßiges Training mit Beruf und Familie sehr gut vereinbaren. Die freundschaftliche, familiäre Atmosphäre im Schmelztiegel und die durchgängig einheitliche professionelle Betreuung durch die Coaches setzen den Rahmen. Im Kern steht jedoch das WOD. Dieses bis kurz vor der Einheit mit seinen Inhalten unbekannte WOD machte mich schnell süchtig. Du „kämpfst“ mit der Uhr, mit deiner Position im Team und vor allem mit dir selbst. Du konzentrierst dich auf deine Technik, deine Atmung, dein Herzschlag und dein Willen nicht aufzugeben. Alles andere vergisst du – dein Geist wird frei. Ein Gefühl, dass ich bislang nur aus dem Vollkontakt-Kampfsport kannte. Beendet der letzte Sportler oder die Uhr das WOD fallen sich alle glücklich in die Arme. Für jeden gibt es Bewunderung und Anerkennung. Ein unbeschreibliches Gefühl, …das süchtig macht.

Erneut zum Leidwesen meiner Familie! Die neue Herausforderung CrossFit dominiert die Gespräche am Essenstisch, auf Youtube laufen nur noch die Zusammenschnitte der Games, das kleine Box-Gym Zuhause wird erweitert mit Turn-Ringen, Abmats, Massagerollen und Bälle. Auch erwacht erneut der Traum in mir, wieder Wettkämpfe bestreiten zu können. Da CrossFit® bis ins hohe Alter trainierbar und jede Übung skalierbar ist, gibt es auch Wettkämpfe in „höheren“ Altersklassen. Da ich mir schon immer das Ziel gesetzt habe, bis ins hohe Alter Sport zu betreiben und ich daher mir schon oft die Frage gestellt habe: „Was kommt nach dem Kampfsport?“, bin ich glücklich über mein neues sportliches Lebenskapitel. Dieses Lebenskapitel eröffnet mir vielleicht – im Alter von 46 Jahren – erneut die Chance, erfolgreich an Qualifikationen oder auch an live ausgetragenen Wettkämpfen teilzunehmen.

Auf dieses Ziel bereite ich mich vor.

Wir werden dich mit all unserer Kraft, bei all deinen Zielen unterstützen. Vielen Dank für deine Worte und deine Geschichte.

Deine Coaches

Aleks und Chris

By | 2017-11-07T10:26:44+00:00 Oktober 27th, 2016|Uncategorized|Kommentare deaktiviert für Leg dich nicht mit Bruno an..!