Du hast das Wort „Zone 2″ wahrscheinlich schon irgendwo gehört — im Podcast, beim Training, auf Social Media. Ist Zone 2 nun ein Buzz-Word oder evidenzbasiert? Ist es das Non-Plus-Ultra des Trainings oder hängt es stark vom Kontext ab? Diese Fragen beantworten wir in diesen Blogbeitrag.
Eins ist klar: Zone 2 ist inzwischen eines der bestuntersuchten Trainingskonzepte in der Sportwissenschaft.
Aber bevor wir einsteigen, eine ehrliche Ansage:
Wenn du gerade dabei bist, regelmäßiges Training in deinen Alltag zu bringen — ist Zone 2 nicht deine erste Baustelle. Deine erste Baustelle ist Konsistenz.
Erst die Gewohnheit. Dann die Schritte. Dann die Zone.
Wenn du gerade dabei bist, regelmäßiges Training in deinen Alltag zu bringen — ist Zone 2 nicht deine erste Baustelle. Deine erste Baustelle ist Konsistenz. Dreimal pro Woche trainieren, Woche für Woche. Das ist der Hebel, der alles andere erst möglich macht.
Und noch davor: Alltagsbewegung. Wenn du einen sitzenden Job hast und unter 5.000 Schritte täglich gehst, dann ist Zone 2 nicht dein Problem. Du brauchst kein neues fancy Trainingskonzept, sondern Spazierengehen. Eine Metaanalyse im Lancet Public Health (2025), die Daten von über 160.000 Erwachsenen auswertete, zeigt: Verglichen mit 2.000 Schritten täglich ist das Erreichen von 7.000 Schritten mit einem um 47 % reduzierten Gesamtsterberisiko, 25 % weniger Herzkreislauferkrankungen und 38 % niedrigerem Demenzrisiko verbunden. Jede 1.000 Schritte mehr reduzieren das Sterberisiko um weitere 15 %. Übrigens, die viel zitierte 10.000-Schritte-Empfehlung ist übrigens keine Wissenschaft, sie stammt aus einer japanischen Marketingkampagne. Zone 2 ist für Menschen, die bereits regelmäßig trainieren und ihre aerobe Basis ausbauen wollen. Wenn du noch dabei bist, Konsistenz aufzubauen — fang bei den Schritten an. Die Grundlage vor der Grundlage.
Zone 2 ist für Menschen, die bereits regelmäßig trainieren und ihre aerobe Basis ausbauen wollen. Wenn du noch dabei bist, Konsistenz aufzubauen — fang bei den Schritten an.
Was ist Zone 2 überhaupt?
Die präziseste Definition kommt vom Sportwissenschaftler Iñigo San Millán (Universität Colorado): Zone 2 ist die höchste Intensität, bei der Laktatproduktion und -abbau im Gleichgewicht bleiben, typischerweise bei ~60–70 % der maximalen Herzfrequenz oder einem subjektiven Belastungsempfinden (RPE) von 6–7 von 10. Du bewegst dich, du schwitzt, aber du könntest noch ein Gespräch führen. Nicht singen, aber reden.
Zone 2 ist die höchste Intensität, bei der Laktatproduktion und -abbau im Gleichgewicht bleiben, typischerweise bei ~60–70 % der maximalen Herzfrequenz oder einem subjektiven Belastungsempfinden (RPE) von 6–7 von 10.
Was passiert dabei im Körper? Drei Dinge gleichzeitig: Dein Körper verbrennt vorrangig Fett (maximale Fettoxidation liegt laut Achten & Jeukendrup, 2003, genau in diesem Bereich). Deine Mitochondrien — die Energiekraftwerke deiner Muskelzellen — wachsen und werden effizienter. Und dein Laktatsystem wird trainiert: Laktat ist kein Abfallprodukt, sondern ein aktiver Energieträger (Brooks, Cell Metabolism, 2018).
Warum das ab 35 besonders zählt
Ab 30 sinkt die VO2max — die maximale Sauerstoffaufnahme — um rund 10 % pro Jahrzehnt. Mandsager et al. (JAMA Network Open, 2018) untersuchten 122.007 Patienten über 8,4 Jahre: Menschen mit niedriger kardiorespiratorischer Fitness hatten ein fünffach erhöhtes Sterberisiko — höher als das von Rauchen oder Diabetes.
Und was passiert bei uns in der Class bei CrossFit Schmelztiegel? Machen wir da überhaupt Zone 2 Training?
Eine Studie von Prieto-González et al. (2022) wertete Herzfrequenzdaten von CrossFit-Athlet:innen über eine komplette Einheit (60 Minuten) aus: Der größte Teil der Stunde — Aufwärmen, Skill-Arbeit, Pausen — liegt bei oder unter 60–70 % HFmax. Nur das WOD treibt die Herzfrequenz auf 80–99 %. Eine CrossFit-Klasse ist keine reine Zone-2-Einheit, aber sie enthält Zone-2-Anteile. Wer regelmäßig bei uns trainiert, bekommt in einer einzigen Stunde mehr, als die meisten Trainingsansätze in drei liefern: aerobe Arbeit in den niedrigen Zonen während Aufwärmen und Skill-Teil, maximale Intensität im WOD — und das in einer Struktur, die genau dem Verhältnis entspricht, das die Sportwissenschaft für langfristige Leistungsentwicklung empfiehlt.
Warum wir keine separate Zone-2-Klasse anbieten
Wer 2–3× pro Woche trainiert, braucht kein reines Zone-2-Format — sondern das breiteste Angebot, das in dieser Zeit möglich ist: Kraft, Kondition, Bewegung, Koordination.
Kombinationstraining ist dafür das überlegene Modell. Momma et al. (Br J Sports Med, 2022) zeigen: Krafttraining allein senkt das Risiko für Gesamtsterblichkeit, Herzkreislauferkrankungen und Diabetes um 10–17 %. Werden Kraft und Ausdauer kombiniert, addieren sich die Effekte — das Risiko für kardiovaskuläre Mortalität sinkt um bis zu 60 % im Vergleich zu keiner körperlichen Aktivität. Und der oft zitierte „Interferenzeffekt“ — die Sorge, dass Ausdauer Kraftgewinne bremst? Eine Metaanalyse mit 43 Studien (Sports Medicine, 2022) zeigt: Kombinationstraining beeinträchtigt weder Maximalkraft noch Muskelmasse.
Eine separate Zone-2-Klasse würde bedeuten: eine deiner zwei bis drei Wochenstunden ausschließlich auf niedrige Intensität zu verwenden — auf Kosten von Kraft und der hochintensiven Arbeit, die nachweislich VO2max und Stoffwechsel fordert. Für Menschen, die 5–6× pro Woche trainieren, macht das Sinn. Für die meisten unserer Mitglieder, die in der Regel 2-3× pro Woche trainieren wäre es das falsche Angebot.
Wir kennen unsere Mitglieder und wir wissen, dass euer Leben voll ist. Und genau deshalb bauen wir jede Klasse so, dass sie das Maximum aus der Zeit herausholt, die ihr mitbringt.
Konsistenz schlägt Perfektion. Immer.
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Quellen: Mandsager et al. (JAMA Network Open, 2018) · Wen et al. (The Lancet, 2011) · San-Millán & Brooks (Sports Medicine, 2018) · Stöggl & Sperlich (Frontiers in Physiology, 2014) · Achten & Jeukendrup (Int J Sports Med, 2003) · Prieto-González et al. (2022) · Momma et al. (Br J Sports Med, 2022) · Lundberg et al. (Sports Medicine, 2022) · Paluch et al. (The Lancet Public Health, 2022)

